4-Länder Tour: BW, Chobe River Front

Für uns war nach Verlassen der Pfanne klar, dass wir noch zur Chobe River Front fahren, bevor wir nach Simbabwe einreisen. Wir hatten zu diesem Ort immer ein gespaltenes Verhältnis, da dort der Tourismus extreme Züge annahm und immer noch annimmt. In Kasane fahren gefühlt mehr Game Vehicles durch die Strassen als in Arusha in Tansania, und das heisst wirklich etwas. Wir mussten uns nach dem Verlassen der Nxai Pan entscheiden, ob wir die Strecke bis zum Matswere Gate – dem Eingang zur Zentralkalahari – zurückfahren. Damit würden wir es riskieren, dort keine Campsite buchen zu können. Wir sprechen hier von knapp über 200 km Wegstrecke für den einfachen Weg. Alternativ könnten wir über Nata nach Kasane fahren, dort für zwei Nächte unterkommen und uns einen Game Drive im Park gönnen und zum Abschluss eine Bootsfahrt buchen. 

 Die Chobe River Front 

 Wir entschieden uns für die Chobe River Front. Im September ist Hochsaison und in der Zentralkalahari waren einige der staatlichen Campsites nach diversen Feuern bisher nicht wieder zugänglich. Uns war das Risiko einfach zu hoch, am Tor abgewiesen zu werden. Wir fuhren bis Nata, übernachteten in der hiesigen Lodge und fuhren am nächsten Tag die Strecke bis Kasane. Dort buchten wir uns für zwei Nächte in der Big-5-Lodge ein. Diese Lodge liegt etwas ausserhalb von Kasane und bietet eine nett angelegte Campsite mit vielen Grünpflanzen und einigen Bäumen. Wir buchten für den nächsten Nachmittag eine Bootsfahrt, richteten uns ein und gingen früh schlafen. Am Morgen fuhren wir in den Park, lösten ein Permit für uns beide für den Tag und fuhren bis zum späten Vormittag entlang der River Front. Es war sehr ruhig. Bis auf einen Elefantenkadaver, an dem sich diverse Geier bedienten, sahen wir nicht viele Tiere. Selbst Elefanten zeigten sich nur in kleiner Anzahl im Park. 

 Unsere letzte Bootsfahrt an der Chobe River Front 

 Am Nachmittag wurden wir pünktlich zur Anlegestelle gefahren und dann begann unser persönlicher Albtraum. Am Ufer des Chobe lagen etwa 10 Boote diverser Grössen, die mit Menschen gefüllt wurden. Im Gegensatz zu unserer ersten Erfahrung, die du hier nachlesen kannst, bestiegen wir dieses Mal ein Kleinboot und waren die letzten Passagiere. Es stellte sich heraus, dass die allermeisten Mitreisenden Einheimische auf einem Sonntagsausflug waren. Es gab etwa 10 Reihen à vier Personen. Der Kapitän war (leider) unerfahren. Er erklärte Dinge (aus unserer Sicht) falsch und er folgte der Masse der Boote. Der Chobe war voll mit Booten. Vollkommen im Gegensatz zu unserem ersten Kapitän, folgte dieser einer unsichtbaren Route, der alle anderen Boote ebenfalls zu folgen schienen. Es war ein Abarbeiten von Situationen. Hippos und Krokodile hier, Büffel dort – garniert mit dem einen oder anderen Schreiseeadler. Zum Ende dieses Ausflugs versammeln sich eine grosse Anzahl von Booten an einer Insel, auf der sich Elefanten befinden. Diese schwimmen oft am Morgen zu den vorgelagerten Inseln, fressen dort tagsüber Gras und kehren dann am späten Nachmittag zurück zum Festland. In unserem Fall haben die Boote eine Art Gasse gebildet und darauf gewartet, dass die Elefanten in der Mitte durchschwimmen. Uns fehlte bei all dem der Respekt und wir waren auf eine deutliche Art angewidert. Die Abstände stimmten nicht und die Tiere waren lediglich ein Mittel zum Zweck. Es ging zu keiner Zeit darum, sie zu schätzen und zu achten. Nach unserer Einschätzung dienen sie als Basis für das geldbringende Event. 

 Unser Abschied und die Fahrt nach Pandamatenga 

 Uns hat es nach diesem Erlebnis gereicht. Es wurde unmissverständlich klar, dass wir dort nicht mehr hingehören und sich unsere Auffassung von respektvollem Umgang mit Wildtieren definitiv nicht mehr mit den Vorgängen an der Chobe River Front deckt. Falls wir Kasane noch einmal besuchen sollten, so wäre das ausschliesslich aus strategischen Gründen. Bspw. um die Vorräte aufzufüllen oder Ähnliches. Was die Viktoriafälle für Simbabwe sind, ist die Chobe River Front für Botswana – eine Gelddruckmaschine mit einem gigantischen Durchlauf. Am nächsten Morgen brachen wir Richtung Pandamatenga auf, einem kleinen Grenzübergang zwischen Botswana und Simbabwe, der uns direkt in den Hwange National Park führen sollte.

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