4-Länder-Tour: ZIM, Chitake Springs

Die Anfahrt nach Chitake Springs verlief problemlos. Bis zum Büro von Zimparks, wo man für Mana Pools einchecken muss, folgten wir derselben Strasse. Von dort fuhren wir in Richtung Chewore Safari Area – also entgegengesetzt zu Mana Pools – und bogen bald auf den Abzweiger nach Chitake Springs ab.

Der Ort ist eine Wasserquelle am Fuss einer kleinen Schlucht. Diese Quelle ist die einzige Wasserstelle im Umkreis von vielen Kilometern. Ausserhalb der Regenzeit kommen zahlreiche Tiere hierher, um zu trinken. Das Wasser drückt durch den Boden nach oben und bildet stetige Pfützen. Zimparks betreibt dort vier Campsites, die Privatpersonen über das Büro in Harare buchen können, sowie weitere Campsites, die für Tour Operator reserviert sind.

Katz-und-Maus-Spiel in Chitake Springs

Der Grund, warum dieser Ort sich grosser Beliebtheit erfreut, liegt darin, dass in der Region ein 18-köpfiges Löwenrudel lebt. Diese Löwen halten sich meist in der Nähe der Quelle auf – sie liegen häufig versteckt unter Bäumen – und lauern auf ihre Chance, durstige Tiere zu jagen und zu erlegen. Einige Meter erhöht über dem Flussbett und der Quelle steht ein Feigenbaum. Dies ist der übliche Ort, an dem sich die Besucher – Camper und Gruppen der Tour Operator – aufhalten, ihre Stühle auspacken und das Treiben in ihrer unmittelbaren Umgebung beobachten.

Es gibt dort keinerlei Sicherungen. Sowohl die Löwen als auch die (vermeintlichen) Beutetiere wie Antilopen und/oder Büffel können den Bereich unter der Feige problemlos erreichen. Hohe Aufmerksamkeit ist also erforderlich. Weitere Aktivitäten sind in Chitake Springs nicht vorgesehen. Die Beutetiere nähern sich dem Wasser und behalten die Löwen im Auge. Sobald diese einzeln oder gemeinsam aus ihrem Versteck stürmen, flüchten die durstigen Tiere die Abhänge hinauf. Sie sammeln sich neu, warten ab und nähern sich erneut. Ein echtes Katz-und-Maus-Spiel, das den lieben langen Tag so weitergeht.

Der Preis für die exklusive Langeweile – und was man dafür bekommt

Wir hatten die Möglichkeit, Campsite Nummer 1 zu buchen. Diese Campsite liegt direkt oberhalb eines Flussbetts und bietet ausser einer «Long-Drop-Toilet» – deren Benutzung mehr als einer Zumutung entspricht – keine weiteren nutzbaren Einrichtungen. Für die Erlaubnis, dort eine Nacht zu verbringen und dem Treiben an der Quelle beizuwohnen, hat Zimparks uns inklusive Conservation Fee für uns und das Auto einen Betrag in Höhe von 346 USD berechnet. Richtig gelesen: dreihundert sechsundvierzig US-Dollar. Dreihundert davon waren allein fällig, um die «Campsite» benutzen zu dürfen.

Was haben wir in diesen ca. 24 Stunden erlebt? Nun, wir hatten das Vergnügen, einem Löwenpaar bei der Zeugung von Nachwuchs ganz nahe zu sein. Des Weiteren konnten wir fünf Angriffe auf Impalas verfolgen, von denen keiner erfolgreich war. In der Nacht erlebten wir das imposante Gebrüll zweier Männchen in unmittelbarer Nähe unseres Camp-Spots. Das ist immer wieder sehr beeindruckend – jede Zelle des Körpers gerät dabei in Schwingung, zumindest fühlt es sich so an.

Wir hatten einen traumhaften Sonnenaufgang an der Quelle mit hunderten Impalas im Hintergrund. Nirgendwo sonst haben wir eine grössere Ansammlung an Antilopen – in diesem Fall Impalas – gesehen als in Chitake Springs. Die Szenarien, die sich einem dort bieten, sind speziell. Unser Fall war es nicht. Es war okay, diesen Ort einmal besucht zu haben, aber die Art und Weise, wie man den Tag dort verbringt, entspricht uns nicht. Zudem empfinden wir die Kosten als massiv zu hoch. Das ist natürlich eine subjektive Empfindung. Nach dem Tag fuhren wir die wenigen Kilometer nach Mana Pools und freuten uns auf einige Tage im Nyamepi Camp.

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