4-Länder-Tour: ZIM, Lake Kariba

Wir verliessen Bulawayo zügig, nachdem wir unsere Vorräte aufgefrischt hatten, und fuhren Richtung Chinhoyi. Die durchgehende Fahrt bis zum Lake Kariba war wegen der schlechten Strassen und des starken Schwerverkehrs nicht realistisch. So übernachteten wir einmal unterwegs und erreichten am nächsten Tag das Warthogs Safari Camp am Lake Kariba. Nach drei Jahren Pause sahen wir Wayne und Louisa wieder – was für eine Wiedersehensfreude!

Im Warthogs Safari Camp erlebten wir die unglaublichsten Momente. Sonja sass zur Abkühlung im Pool, Guido sass am Rand – da traten plötzlich zwei grosse Elefantenbullen aus dem Busch und kamen direkt zum Trinken an den Pool. Wir verharrten mucksmäuschenstill und konnten die beiden sanften Riesen aus allernächster Nähe beobachten. Sie liessen sich von unserer Anwesenheit überhaupt nicht stören. (Na ja, wir waren ja auch zuerst da …)

Das Warthogs Safari Camp ist für uns der Elefantenort schlechthin

Hier durften wir  eine Elefantengeburt live miterleben – bis heute unser emotionalstes und grossartigstes Buscherlebnis überhaupt. Wer die Geschichte noch nicht kennt, kann sie hier nachlesen. Und nun waren wir wieder da. Das Camp war fast leer; erst am nächsten Tag wurde eine grössere Reisegruppe aus Südafrika erwartet. Wir hatten Wayne, Louisa und die Elefanten fast für uns allein. Wayne nennt uns immer liebevoll die «Elefantenflüsterer», weil bei jedem unserer Besuche etwas Aussergewöhnliches mit Elefanten passiert.

Zuerst sassen wir gemütlich an der Bar beisammen. Wayne erzählte, dass er schon länger keine Elefanten mehr im Camp gehabt habe – genau das, was wir nicht hören wollten … Nach einem langen Austausch führte er uns herum und zeigte uns die neu gestalteten Bereiche. Wir suchten uns einen schönen Platz aus, Guido manövrierte unser Gespann dorthin, und wir bauten unser Camp auf.

Kaum waren wir fertig, kam Wayne angerannt und holte uns mit leuchtenden Augen ab. Durch die Bäume hindurch sahen wir eine Elefantenherde, die sich gemächlich dem Camp näherte. Da war sie wieder – diese pure Magie der Wildnis. Einfach wunderbar!

Meet & Greet direkt vor dem Caravan in Lake Kariba 

Mit breitem Grinsen beobachteten wir die Herde – und zu unserer grossen Überraschung steuerte sie zielstrebig genau auf unseren Caravan zu. War das wirklich wahr? Das ganze Camp war leer, wir waren an diesem Tag die einzigen Gäste, und ausgerechnet unseren Platz wählten die Elefanten zum Fressen aus. Es wurde noch besser: Ganz nah bei uns entdeckten wir ein winzig kleines Jungtier. Die Mutter – wie die gesamte Herde tiefenentspannt – hatte absolut kein Problem damit, dass der Kleine 3–4 Meter vor unserem Caravan herumtollte und die Grossen beim Fressen nachahmte.

Was für ein überwältigendes Erlebnis! Nach etwa einer halben Stunde zogen sie gemächlich in Richtung See zurück. Wayne schaute uns nur an, grinste und raunte leise: «Nzou.» Das ist Shona und heisst Elefant. Glück durchströmte uns. Wenn man im Takt der Natur lebt und alles stimmt, zeigt sich diese unglaubliche Magie. Wir waren unendlich dankbar für solche privilegierten Momente und zehrten lange von dieser intensiven Begegnung.

Vorbei mit der Ruhe im Warthogs

Am nächsten Tag – genauer gesagt am späten Abend – traf die angekündigte Reisegruppe ein. Südafrikaner mit etwa neun Campern und Caravans bevölkerten plötzlich das Camp. Sie stellten sich überall dorthin, wo gerade Platz war. Mit der beschaulichen Ruhe war es schlagartig vorbei. Das ohnehin einfache Stromsystem war den Gewohnheiten der südafrikanischen Camper hoffnungslos unterlegen: Mobile Klimaanlagen, Induktionskochfelder, Airfryer – irgendwann war alles überlastet und die Leitungen durchgeschmort.

Unser Timing hätte nicht besser sein können. Wir durften das Camp, Wayne und Louisa ganz intensiv geniessen und hatten eine absolut perfekte, ungestörte Zeit. Am nächsten Morgen half uns Wayne noch herzlich, über Christina (die Verantwortliche bei Zimparks) im dritten Anlauf eine Nacht in Chitake Springs zu buchen – nach zwei vergeblichen Versuchen 2022 endlich erfolgreich!

Mit einer langen, herzlichen Umarmung verabschiedeten wir uns von den beiden und machten uns auf den Weg Richtung Mana Pools. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass das Warthogs Mitte 2026 gezwungenermassen schliessen wird. Aber das ist eine andere Geschichte …

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