4-Länder-Tour: ZIM, Eastern Highlands

Nachdem wir Harare verlassen hatten und uns in Richtung Mutare aufmachten, unternahmen wir den insgesamt dritten Anlauf, um die Eastern Highlands zu besuchen. Diese Region umfasst den Bereich nördlich und südlich der Grossstadt Mutare. Bislang wurde uns die Erkundung wetterbedingt immer verwehrt, und so war dies unser letzter weisser Fleck auf der Landkarte Simbabwes. Wir hatten tatsächlich das gesamte Land erkundet – mit Ausnahme der Eastern Highlands.

Als Basis diente uns das uns bekannte «La Rochelle Country House & Spa», unweit der Stadt gelegen. Eher zufällig 2022 von uns entdeckt, ist es seither unsere bevorzugte Unterkunft in der Region. Camper dürfen dort am Rand des wunderschönen Gartens mit einfachen, eigenen Sanitäranlagen übernachten. Das Restaurant und die Bar des Hotels dürfen mitbenutzt werden und sind sehr zu empfehlen. Von dort aus orientierten wir uns zunächst nach Norden zum Nyanga NP, zum Aussichtspunkt «World’s View» und zu den «Mutarazi Falls».

World’s View in den Eastern Highlands

Die Wettervorhersage war erneut nicht besonders positiv. Wir entschieden uns trotzdem, die über 100 km lange Strecke zum Aussichtspunkt World’s View in Angriff zu nehmen. Auf dem Weg besuchten wir zudem die Froggy Farm, eine Bio-Farm mit Café, die Sonja auf Social Media gefunden hatte. World’s View liegt auf 2.248 m am westlichen Rand des Nyanga Downs Plateaus. Die Zufahrt ist völlig unscheinbar und führt über eine Schotterstrasse von Troutbeck herkommend. Als wir ankamen, waren wir alleine. Ein netter Mitarbeiter kam auf den Parkplatz, wies uns ein und kassierte bei ihm den Eintritt.

Das Grundstück umfasst einen sehr schön angelegten Garten mit vielen Ruheplätzen und Bänken sowie mehreren Aussichtspunkten. Der Blick geht über eine unendlich scheinende Ebene. Beeindruckend! Wir hielten uns dort eine Weile auf, bevor wir den Rückweg nach Mutare antraten. Die Froggy Farm, die wir auf dem Rückweg nach La Rochelle besuchten, ist mehr oder weniger eine Farm mit sehr gutem Marketing. Es war nett, und die Auswahl im hauseigenen Shop war in Ordnung. Wenn du zufällig dran vorbeikommst, kannst du den kleinen Abstecher machen. Extra hinfahren würden wir nicht.

Die Mutarazi Falls

Die Mutarazi Falls sind mit ca. 762 m der höchste Wasserfall Simbabwes und der zweithöchste Afrikas. Sie liegen im Mutarazi Nationalpark, der mittlerweile fliessend in den Nyanga Nationalpark übergeht. Der Wasserfall stürzt in zwei Stufen über die steile Ost-Escarpment der Eastern Highlands hinunter ins wunderschöne Honde Valley. Wir fuhren ausgeruht am nächsten Morgen in Richtung der Fälle – und waren irritiert von dem, was wir unterwegs sahen.

Mitten im Nationalpark wurden Bäume gefällt, es sah aus wie in einem Kriegsgebiet. Die Anfahrt war sehr mühsam und erfolgte über eine sehr schlammige und schlechte Dirtroad. Von der Asphaltstrasse brauchten wir 1½ Stunden bis zum Parkplatz der Fälle. 30 USD später wanderten wir noch 30 Minuten durch einen Wald, bevor wir zu den beiden ungesicherten Aussichtspunkten gelangten, von denen aus man die zwei zuvor genannten Stufen sehen kann. Wir haben uns erlaubt, die Fälle im Foto zu markieren …

Auf der Rückfahrt waren wir eher gedankenversunken und still. Wir fragten uns, ob wir «komisch» geworden waren oder ob sich das Land derart verändert hatte. Wir sind ja grundsätzlich selbstkritisch, und bei solchen Erlebnissen stellt man sich unweigerlich die Frage, ob mit einem selbst etwas nicht stimmt oder ob sich die Bedingungen und die Situation im Land zu seinen Ungunsten verändert haben.

Vumba Mountains und die Fahrt nach Mosambik

Der Länderwechsel nach Mosambik stand bevor. Neuerdings ist es sinnvoll und empfohlen, ein eVisum für Mosambik zu beantragen. Es hiess, dass die Bearbeitungszeit recht knapp bemessen sei, weshalb wir keine grossen Etappen mehr planten. Am nächsten Morgen wollten wir dem Prince of Wales-Aussichtspunkt noch einen Besuch abstatten. Diesen hatten wir 2022 besucht, damals war es aber sehr neblig und die Aussicht eher bescheiden. Diesmal war das Wetter wieder nicht optimal, und als wir ankamen, staunten wir nicht schlecht, als jemand Eintritt verlangte. Man teilte uns mit, dass es sich nun um Privatbesitz handle und wir bezahlen müssten, um die Aussicht zu geniessen. Sonja und ich schauten uns an, lachten laut, legten den Rückwärtsgang ein und verliessen den Ort. Da war es wieder, dieses Gefühl…

Wir fuhren weiter in die Vumba Mountains und genossen die Aussicht sowie die Vumba Botanical Gardens and Reserve. Dieser Park wird von Zimparks verwaltet und war nett – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wir verbrachten eine schöne Zeit in der Region, und zum Abschluss des Tages wünschte sich Sonja einen Schokoladenkuchen. In den Vumba Mountains gibt es den im Internet bekannten Tony’s Coffee Shop. Sie wollte seit mehreren Tagen gerne einen richtig saftigen, schokoladigen Schokokuchen essen, und so hielten wir auf dem Rückweg nach La Rochelle bei Tony’s Coffee Shop. Uns erwartete ein grosser Garten, englischer Service und unglaubliche Preise gg. 30 Minuten später verliessen wir das Café, hatten zwei Tassen Filterkaffee getrunken (mit Schokostreuseln und geschlagener Sahne) und Sonja hatte ein Stück Schokokuchen genossen. Insgesamt waren wir 27 USD ärmer (13 USD für das Stück Kuchen und je 7 USD für eine Tasse Kaffee). Schwamm drüber – das war unser Abschiedsgeschenk.

Unsere Gedanken und Empfindungen zur ganzen Region und zur Entwicklung formulieren wir, wenn wir den Beitrag über die gesamte Reise schreiben. Nun ging es aber erst einmal nach Mosambik. Traumhafte Strände und frischer Fisch warteten auf uns.

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