4-Länder-Tour: Südafrika

Der Grenzübertritt von Mosambik nach Südafrika verlief absolut problemlos. Der Grenzübergang bei Ponta do Ouro ist sehr klein und wird eher selten genutzt, sodass wir auf beiden Seiten zusammen nur etwa 15 Minuten brauchten. Rekordverdächtig! Unser grober Plan war, die uns noch unbekannte Ostküste Richtung Kapstadt zu bereisen, dort etwas länger zu verweilen und anschliessend über die Westküste zurück Richtung Namibia zu fahren.

Richards Bay und Umdloti

Unser erstes Ziel war Umdloti, eine kleine, sehr gepflegte und gut situierte Gemeinde nördlich von Durban. Dort wohnt das Paar, das wir in Khwai kennengelernt hatten. Die beiden hatten uns eingeladen, sie zu besuchen – und diese Einladung galt noch. Von der Grenze fuhren wir zunächst nach Richards Bay, wo wir zwei Nächte blieben. Das gab uns genügend Zeit, eine Sicherung im Caravan zu ersetzen, die in Mosambik kaputtgegangen war. Nach einem kurzen Check und ein paar Messungen war die Sache klar und schnell behoben.

Mit aufgefüllten Vorräten und der wiedergewonnenen Autarkie fuhren wir weiter südwärts Richtung Durban. Ohne Probleme erreichten wir Umdloti und besuchten Johan und Cornelia. Die beiden wohnen traumhaft direkt an einer Steilküste mit Blick auf den Indischen Ozean. Die Zufahrt zur Siedlung ist gut bewacht. Wir genossen den Tag bei ihnen sehr. Die beiden waren äusserst gastfreundlich. Am nächsten Morgen badeten wir früh im Indischen Ozean und bereiteten danach unsere Weiterfahrt vor.

Wir hatten einige Termine in Kapstadt und stellten dummerweise nach der Einreise fest, dass wir unsere Pässe nicht kontrolliert hatten. Obwohl man uns mündlich 60 Tage Aufenthalt zugesichert hatte, standen in den Stempeln nur 30 Tage. Wir wollten kein Risiko eingehen und stellten uns deshalb auf maximal 30 Tage in Südafrika ein. Eine Verlängerung wäre möglich gewesen, erschien uns aber zu kompliziert. Sonja hatte zudem das Gefühl, dass 30 Tage reichen würden. Da der Zeitplan nun deutlich straffer war, verliessen wir Johan und Cornelia bereits nach einer Nacht wieder.

Der Abstecher in die Drakensberge

Dem Rat von Johan folgend, verliessen wir in Durban die N2 und folgten der N3 Richtung Pietermaritzburg. Von dort ging es über kleinere Strassen bis nach Underberg. Unser Ziel war die «Cobham Campsite» unweit des Sani Passes an der Grenze zu Lesotho. Die Campsite lag traumhaft in der Natur. Wir waren die einzigen Gäste und blieben wegen des schlechten Wetters nur zwei Nächte. Wir wanderten trotzdem und genossen die wilde Berglandschaft. Aufgrund des sehr wechselhaften und gewittrigen Wetters entschieden wir uns jedoch, wieder an die Küste zurückzufahren. Die Drakensberge bleiben uns in sehr guter Erinnerung und stehen definitiv auf der Liste für einen späteren, längeren Besuch.

Entlang der Küste über die Garden Route

Wir fuhren parallel zur Lesotho-Grenze südwärts und folgten dann der R56 bis Elliot. Nach einem Stopover erreichten wir am nächsten Tag Port Alfred und waren zurück am Indischen Ozean. Wir übernachteten am «Boknes-Strand» und blieben dort zwei Nächte. Das Wetter wurde leider nicht besser – es blieb nass und ungemütlich. Deshalb fuhren wir an Port Elizabeth vorbei und erreichten am frühen Nachmittag die Campsite am Storm River Mouth. Wir waren zurück an der Garden Route. Dieses Mal hatten wir allerdings wenig Zeit, da wir feste Termine in Kapstadt hatten (Anbauten am Land Cruiser und Weingut-Besuche).

Bei George verliessen wir die N2, fuhren Richtung Oudtshoorn und folgten der R62 («Route 62») bis Ladismith. Sonja hatte dort eine wirklich tolle Campsite entdeckt: das «Oaksrest Vineyards» im Dwars Rivier. Die Anlage liegt mitten in einem Weingut. Auch hier waren wir die einzigen Gäste. Die Gastgeber waren ausserordentlich zuvorkommend und freundlich. Die Campsite ist sehr zu empfehlen – nah an der R62 und trotzdem grün, mit einem kleinen Damm zum Schwimmen.

Welches ist unsere bevorzugte Region in Südafrika?

Danach ging alles ziemlich schnell. Wir fuhren nach Stellenbosch, checkten im «Orange-Ville Lodge and Guesthouse» ein und verbrachten die nächsten Tage mit Terminen in und um Kapstadt. Der Verkehr brachte uns nach einigen Tagen fast um den Verstand. Auto fahren in und um Kapstadt macht absolut keinen Spass. Im Schnitt brauchten wir 90 Minuten für 55 km – egal ob frühmorgens, mittags oder nachmittags. Wir bewundern wirklich jeden, der das täglich aushält.

Trotzdem bleibt das Western Cape unsere absolute Lieblingsregion in Südafrika. Um etwas Abstand vom Stadtverkehr zu gewinnen, gönnten wir uns einen gemütlichen Ausflug von Somerset West über das Kogelberg Nature Reserve nach Hermanus. Dort wollten wir einerseits gut zu Mittag essen (was hervorragend gelang) und andererseits in Kleinrivier unseren bevorzugten Raclette-Käse kaufen. Leider war der Werksverkauf geschlossen und durch einen Laden in der Innenstadt ersetzt worden. Die angebotenen Portionen waren ziemlich mickrig, sodass wir ohne Einkauf wieder wegfuhren.

Cederberge

Den letzten Tag vor der Weiterreise verbrachten wir auf einer Campsite am Melkbosstrand. Von dort brachen wir in Richtung Cederberge auf. Wir fuhren bis Citrusdal und folgten dann den kleinen Pads bis zur «Jamaka Farm» zu unseren Freunden. Katrin freute sich sehr, uns zu sehen. Wir blieben auch hier zwei Nächte und machten uns dann zügig auf den Weg zur namibischen Grenze, um Südafrika auf jeden Fall fristgerecht zu verlassen. Nach einem unkomplizierten Grenzübertritt genossen wir die vertrauten Farben und die uns so vertraute Landschaft. Anfangs noch karg, wurde sie stetig grüner. Wir waren wieder zu Hause.

Scroll to Top