4-Länder-Tour: Fazit

Unsere 4-Länder-Tour durch Botswana, Simbabwe, Mosambik und Südafrika dauerte knapp 15 Wochen. Wir legten dabei rund 15’000 km zurück – vom Atlantik bis zum Indischen Ozean und wieder zurück. Schon im Vorfeld hatten wir uns sehr auf diese Reise gefreut: endlich wieder in den Busch und ans Meer. Der Indische Ozean macht einfach Spass.

Botswana – was hat sich getan?

Wir waren zunächst einmal froh, dass wir Botswana in den letzten Jahren bereits sehr intensiv bereist hatten. Tatsächlich gibt es ausser der «Hunters Road», die kurz hinter Nata beginnt und entlang der offenen Grenze zu Simbabwe bis nach Kasane führt, keine Region mehr, die wir noch nicht kennen. Wir hatten überlegt, nach dem Verlassen von Nxai Pan die Hunters Road zu fahren, doch Sonja fühlte sich bei dieser einsamen Strecke unter Zeitdruck unwohl. Diese Etappe bleibt also noch offen – wir möchten sie zu einem späteren Zeitpunkt noch nachholen.

Ansonsten hatten wir eine tolle Zeit in Khwai und eine sehr gute Zeit in Nxai Pan. Was uns jedoch zunehmend auffiel, sind die um sich greifende Gier und Arroganz. Die Preise schiessen in die Höhe, während bei der Wartung und Instandhaltung kaum etwas passiert. In Nxai Pan hat beispielsweise ein Tourist die Pumpe des einzigen Wasserlochs repariert. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Die einzige Wasserquelle der Gegend versiegt langsam, wird durch Büffel und Elefanten zu einem Matschloch – und es kümmert keinen der Verantwortlichen.

Ähnlich sieht es in Khwai aus. Obwohl die Region grundsätzlich sehr attraktiv ist, findet im Hintergrund ein Kampf um Land statt. Neue Lodges und Camps entstehen, gleichzeitig werden immer mehr Fahrverbote erlassen. Der Gelackmeierte ist der normale Gast, der keine horrenden Preise für Luxuslodges bezahlen möchte und dessen Bewegungsradius dadurch massiv eingeschränkt wird. Die Chobe River Front ist für uns deshalb kein Thema mehr – aus denselben Gründen, die wir bereits früher beschrieben haben.

Fazit Botswana: Wir hatten das grosse Glück, dieses tolle Land nahezu vollständig bereisen zu können. Künftig werden wir nur noch sehr selektiv und bewusst nach Botswana reisen und genau abwägen, was für uns noch Sinn macht.

Simbabwe – de facto eines unserer Favoritenländer

Was wir dieses Mal in Simbabwe erlebt haben, hat uns schon etwas die Schuhe ausgezogen. Einst unser absolutes Lieblingsland, mussten wir leider feststellen, dass sich das Land nicht in die erhoffte Richtung entwickelt hat. Kurz gesagt: Zimparks hat die Preise überall massiv erhöht, ohne den Besuchern einen entsprechenden Mehrwert zu bieten. Auch in den Städten sind die Preise spürbar gestiegen. Was wir 2022 noch als positive Entwicklung und Fortschritt wahrgenommen hatten, entpuppte sich letztlich als Geldwäsche.

Die vielen neuen Immobilienprojekte, die überall aus dem Boden schiessen, dienen offenbar genau diesem Zweck – beim Verkauf einer Immobilie muss die Herkunft des Geldes offenbar nicht nachgewiesen werden. Die Folge sind Geisterstädte, die nicht echt wirken. Die Polizei, die uns 2019 und 2022 noch sehr freundlich behandelt hatte, versuchte dieses Mal wieder in alte Gewohnheiten zu verfallen und uns zu schikanieren. 

Man hat uns nicht als Übersee-Touristen erkannt und versuchte mit haarsträubenden Geschichten, uns Geld aus der Tasche zu ziehen – besonders massiv zwischen Chinhoi und Kariba. Guido hat sich sehr vehement zur Wehr gesetzt und es tatsächlich geschafft, dass wir keinen einzigen Dollar Strafe zahlen mussten. Die südafrikanische Gruppe, die wir im Warthogs Camp getroffen haben, musste hingegen alle eine Busse bezahlen.

Fazit Simbabwe: Wir sind sehr froh, dass wir das Land in den vergangenen Jahren so intensiv bereist haben. Mit den Eastern Highlands haben wir nun einen wirklich umfassenden und vollständigen Eindruck von Simbabwe gewonnen. Weitere Reisen dorthin sind derzeit nicht geplant.

Mosambik – das wird schwer

Aus touristischer Sicht hat sich in Mosambik einiges verändert, vor allem der Zugang wurde deutlich erschwert. Wir waren gut vorbereitet und hatten Glück – das ist aber keineswegs die Regel. Ein Reisebekannter von uns wollte eigentlich 60 Tage bleiben und ist am Ende gar nicht eingereist. Die Beamten haben ihm die Einreise so sehr erschwert, dass er genervt aufgegeben hat. Wir kennen die genauen Umstände und können seine Entscheidung gut nachvollziehen.

Der quasi-Bürgerkrieg im Jahr 2024 hat der touristischen Entwicklung des Landes massiv geschadet. Auffällig war, wie sehr die einheimische Bevölkerung unter dem Touristenmangel leidet. Die Südafrikaner sind nach wie vor die wichtigste Touristengruppe, reisen aber meist nur bis Vilanculos, eher noch bis Inhambane. Wir selbst hatten wieder eine gute Zeit, können und wollen uns nicht beschweren. Wir hatten wunderbare Unterkünfte, haben das Meer sehr genossen und uns regelmässig über frischen Fisch und Meeresfrüchte gefreut.

Fazit Mosambik: Unter Berücksichtigung der Gesamtsituation sind wir sehr froh, dass wir Mosambik nun zweimal von unterhalb Beira bis zur südafrikanischen Grenze entlang der Küste bereist haben. Ob das künftig weiterhin so einfach möglich sein wird, bleibt abzuwarten. Einige unserer Lieblingsunterkünfte von 2023/24 gibt es nicht mehr – sie sind geschlossen und stehen zum Verkauf. Wir befürchten, dass das Sterben der touristischen Infrastruktur weitergehen wird.

Südafrika – der Gewinner unserer 4-Länder-Tour

Überraschenderweise hat sich Südafrika für uns am wenigsten verändert – und das im positiven Sinne. Wir konnten das Land wieder sehr gut und unkompliziert bereisen. Wie immer waren wir aufmerksam unterwegs und hatten auch dieses Mal keinerlei negative Erlebnisse. Insgesamt war Südafrika das Land, das uns auf dieser Tour am meisten überzeugt hat. Besonders das Western Cape hat es uns angetan: grossartige Kulinarik und Weinkultur, kombiniert mit atemberaubender Landschaft und enormer Weitläufigkeit. Nirgends sonst liegen Trubel und absolute Einsamkeit so nah beieinander – da ist für jede Stimmung etwas dabei.

Guido möchte unbedingt einmal einen ganzen Monat im «Krüger-Nationalpark» verbringen, um ihn intensiv fotografisch zu erkunden, besonders die feinen Besonderheiten. Das steht als nächste grössere Reise in Südafrika auf dem Programm. Wir freuen uns schon sehr darauf, Al und Gail von Zvakanaka wiederzusehen. Wann genau es so weit sein wird, wissen wir noch nicht.

Screenshot
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