4-Länder-Tour: Mosambik

Wir überlegten uns gut, welcher Grenzübergang für uns der «richtige» sein würde. Es gab die Möglichkeit, bei Mutare über Machipanda nach Mosambik einzureisen oder weiter südlich bei Mount Selinda den kleinen Grenzübergang zu nutzen. Entgegen aller Unkenrufe entschieden wir uns für den grossen Grenzübergang bei Mutare. Am Reisetag standen wir sehr früh auf und waren bereits kurz nach sieben Uhr an der Grenze. Es sollte sich auszahlen: Ein Mitarbeiter, der zunächst wie ein «Agent» daherkam, nahm alle Unterlagen an sich und erledigte tatsächlich sämtliche Vorarbeiten für uns.

Guido musste nur im Büro auf die Stempel warten und die Visagebühren bezahlen – das war’s. Der Service kostete nichts – obwohl wir ungläubig schauten, mussten wir ausser den offiziellen Gebühren nichts zahlen. Die Visaunterlagen mussten gedruckt werden – das hatten wir nicht getan, und dies dauerte eine Weile. Ansonsten nahm der gesamte Grenzübertritt mit allen Kontrollen knapp 30 Minuten in Anspruch. So konnte es doch weitergehen.

Wir waren in Mosambik: über Rio Gorongosa nach Inhassoro

Unser erstes reales Ziel war Inhassoro. Dieser nette kleine Ort, etwa 90 Minuten vor Vilanculos gelegen, war uns von der letzten Reise sehr positiv in Erinnerung geblieben. Wir fuhren zunächst von der Grenze in Richtung Beira (dies ist die maximale Höhe gen Norden, bis zu der Touristen fahren sollten – nördlicher wird es schnell gefährlich). Innerhalb von 30 Kilometern mussten wir zwei Roadblocks der Polizei passieren. Sie waren stets freundlich und kontrollierten die Pässe mit Stempeln sowie die schriftlichen Buchungsbelege der ersten Unterkunft.

Der Weg führte uns über Manica bis kurz vor Chimoio. Dort verliessen wir die Hauptstrasse und bogen auf eine kleine Nebenstrasse ab (N260), die uns – auf bestem Asphalt – durch die Berge in Richtung Dombe führte. Diese Umfahrung machte viel Sinn. Die N1 von Inchope Richtung Süden besteht aus Potholes mit etwas Asphalt dazwischen und ist nahezu unfahrbar. Die von uns gewählte Umfahrung war toll. Die letzten etwa 50 km fuhren wir auf einer guten Schotterstrasse – vorher war alles asphaltiert und in gutem Zustand. Von Dombe führte uns die R520 auf die N1, der wir in südlicher Richtung folgten.

Da der Tag sehr anstrengend war, entschieden wir uns für eine Zwischenübernachtung im «Busch». Rio Gorongosa ist ein Camp mit Büffeln, Antilopen und Straussen. Obwohl wir uns nun auf den Indischen Ozean, Schwimmen gehen und frischen Fisch freuten, genossen wir die eine Nacht im Camp. Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Inhassoro und erreichten unser erstes Camp am Meer: Vista de Bazaruto.

Vista de Bazaruto nahe Inhassoro

2023 waren wir bereits in Inhassoro und haben bei Goody Villas übernachtet. Das Camp Vista de Bazaruto hatten wir seinerzeit bereits auf dem Schirm, allerdings hatte es sich für uns nicht ergeben, dorthin zu fahren. Das Camp ist entweder bei Ebbe über den Strand erreichbar oder ganztags über die hinteren Dünen. Dieses Mal sollte es so sein. Wir waren angemeldet und erreichten das Camp, nachdem wir uns einmal verfahren hatten. Der (ehemalige?) Missionar Lourens und seine Frau Sonya betreiben das Camp seit einigen Jahren und haben dort viel Schweiss und Liebe investiert. Für uns war es definitiv das schönste Camp, das wir in Mosambik gesehen und besucht haben.

Wir blieben insgesamt 10 Nächte und haben uns im Nachhinein etwas geärgert, dass wir nicht noch länger geblieben waren. Der Tag bestand aus Baden im Indischen Ozean, Sonnenbaden im Camp, Laufen gehen, den Strand geniessen sowie Verhandlungen mit den Fischverkäufern führen und bei Erfolg frischen Fisch und Meeresfrüchte auf dem Grill zubereiten. Es gibt wirklich schlechtere Tagesabläufe. Nach den 10 Nächten verliessen wir Inhassoro, passierten die Halbinsel Inhambane und stoppten in Morrungulo. Unterwegs erblickten wir diese gängige Transportart für Ziegen.

2023 wurden wir in Morrungulo abgelehnt. Klappt es dieses Mal?

Wir hatten keinerlei Buchung und waren gespannt, wie es uns ergehen würde. Tatsächlich hatten wir auf der gesamten Strecke seit dem Grenzübertritt kein einziges ausländisches Fahrzeug gesehen. Einzig in Vista de Bazaruto trafen wir für zwei Nächte auf ein belgisches Ehepaar. Ansonsten sahen und trafen wir nur Einheimische. Morrungulo war komplett leer. Wir waren die einzigen Touristen und suchten uns einen Platz unter den Palmen, unmittelbar am Strand. Das Konzept dieses Camps war vollkommen anders. Von der Grösse her war es nicht vergleichbar. Während Vista de Bazaruto sich eher klein und familiär präsentiert, bietet Morrungulo eine Vielzahl an Campsites und Barracas und wartet zudem mit einem Restaurant und einem Pool auf.

Wie uns der Besitzer mitteilte, war 2025 das erste Jahr seit der Eröffnung 1991, dass das Camp an Weihnachten nicht ausgebucht war. Eine Beobachtung von uns wurde damit bestätigt: Der quasi «Bürgerkrieg», der 2024 stattfand, hat dem Tourismus massiv geschadet. Die Stornoquote bei den Camps, die wir befragt hatten, lag bei 100 %. Vielen Campbetreibern ging zwischenzeitlich das Geld aus und sie mussten schliessen. So auch das von uns als sehr angenehm empfundene Barra Dica. Wir wären sehr gerne noch einmal dorthin gefahren, aber es ist dauerhaft geschlossen und steht zum Verkauf.

Morrungulo war komplett anders, konnte nach unserer Ansicht aber nicht ganz mit Vista de Bazaruto mithalten. Der Strand war verschmutzt und das Meer deutlich wilder als in Inhassoro. Die Infrastruktur hatte uns zudem in Inhassoro wesentlich besser gefallen. Nach insgesamt 4 Nächten fuhren wir weiter südwärts.

Zavora Lodge, Tan n Biki und dann verliessen wir Mosambik Richtung Südafrika

180 km südlich von Morrungulo liegt die Zavora Lodge. Dieser Ort war für uns eine strategische Wahl. Von dort aus ist es gut möglich, bis kurz vor Maputo zu fahren. Diese «Lodge» war bereits 2023 nicht im Bestzustand und das Bild, das sich 2025 ergab, war eine Katastrophe. Die Steilküste hat Teile der Infrastruktur abgetragen und das obere Camp war nur über eine provisorische Tiefsandpiste erreichbar. Mit Caravan bestand da keine Chance. Das Camp befand sich in einem sehr schlechten Zustand und es wimmelte vor Moskitos. Obwohl die Aussicht wirklich traumhaft war, verliessen wir den Ort am nächsten Morgen. Einen Plan, dort noch einmal einzukehren, haben wir nicht.

Unweit von Maputo befindet sich das Tan n Biki Camp. Das ist als Stopover wirklich nett und der Zustand war unverändert. Hier blieben wir für zwei Nächte und genossen noch etwas den Indischen Ozean, bevor wir dann bis zum südlichsten Punkt Mosambiks fuhren und an der Grenze Ponta do Ouro nach Südafrika einreisten.

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